„Diversity and inclusion“, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Frauenquote und „Equal Pay Day“ sind lediglich ein paar der aktuellen Schlagworte rund um dieses Thema. Aus diesem Grund widme ich diesen Artikel dem weiblichen Geschlecht, wobei sich Männer natürlich genauso angesprochen fühlen dürfen. Auch sie führen Gehaltsgespräche, in denen es vielleicht den einen oder anderen EURO mehr zum Verhandeln gibt.

 

Ungleiche Bezahlung zwischen Mann und Frau

Das Datum des #EPD (Equal Pay Day) markiert symbolisch den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern. Während Männer bereits seit Jahresbeginn für Ihre Arbeit bezahlt werden, müssen die Frauen im Jahr 2019 rein theoretisch bis zum 18. März unentgeltlich arbeiten, um den Gehaltsunterschied von ca. 21% für die gleiche Tätigkeit auszugleichen.

Ein Teil dieser Ungleichheit kommt auch dadurch zu Stande, dass Frauen häufig für die Familie auf Ihre Karriere verzichten oder in Berufen mit einer generell geringeren Bezahlung tätig sind. Selbst wenn dies berücksichtigt wird, ist dennoch eine Differenz vorhanden.

In München wurde für die Gleichbezahlung mit dem traditionellen Brauch des Geldbeutelwaschens an diesem Tag am Fischbrunnen demonstriert. Schirmpatin der Veranstaltung war die 3. Bürgermeisterin der Stadt München – Christine Strobl.

Diese Diskussionen und Aktionen sind ein wichtiger Beitrag, um die seit Jahren erfolgreichen Fortschritte rund um diese Themen positiv weiterzuführen. Neben diesem Engagement ist aus meiner Sicht auch noch ein weiterer Wandel in der Gesellschaft erforderlich, denn „fordern“ steht auch sehr in Korrelation mit „selber gefordert sein“. In meinem Ingenieurstudium zum Beispiel waren von 120 Studenten, 3 Frauen. Da stellt sich die Frage, wie in diesen Berufen die geforderten Frauenquoten erfüllt werden sollen? Um einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen in gewissen Branchen zu erzielen, ist wahrscheinlich auch eine Aufhebung der klassischen Trennung zwischen typischen Frauen und Männerberufen erforderlich. Demnach sollten zum Beispiel mehr Männer den Wunsch haben in Pflege- und Erziehungsberufe zu wechseln und mehr Frauen in gewisse Ingenieursbranchen oder „schmutzige“ Berufe, wie KFZ-Mechanikerin oder Handwerk.

 

Umgang mit Geld – der kleine Unterschied

Die gleiche Aufhebung der klassischen Trennung ist bei den Finanzen erforderlich. Einer Studie der Commerzbank zur Folge, meiden deutlich mehr Frauen als Männer die privaten Geldangelegenheiten. Sie betrachten Geld weniger als Voraussetzung für Lebensqualität, handeln weniger autonom und orientieren sich dafür stärker an Ihrem sozialen Umfeld. Wenn man sich generell weniger mit der richtigen Geldanlage und der dazugehörigen Vermehrung des Kapitals beschäftigt, ist dann im Gegenzug die Einnahmequelle auf einmal wichtig? Ich meine nicht nur einmal im Jahr bei einer Demonstration. Da stellt sich also die Frage, ob hier nicht eventuell auch ein Zusammenhang mit der geringeren Bezahlung besteht?

Wie bei vielen Dingen spielt auch bei den Gehältern das „Verkaufen“ und eine gewisse aktive Forderung des Mitarbeiters eine wichtige Rolle. Auch bei den Männern wird es vermutlich unterschiedliche Bezahlungen geben. Ein männlicher Mitarbeiter, der den Eindruck erweckt, dass er mit seinem Gehalt persönlich zufrieden ist, wird wahrscheinlich weniger Bruttoeinnahmen auf seinem Lohnsteuernachweis verzeichnen, als ein Kollege, der seine Arbeitsleistungen und seinen Mehrwert für das Unternehmen aktiv entsprechend verkauft. Viele Frauen stellen sich hier bei den Gehaltsverhandlungen selber ein Bein. Sie treten zu wenig selbstbewusst auf, sind zu bescheiden und setzen das Verkaufen der eigenen Leistung wohl manchmal auch mit fehlender Ehrlichkeit gleich. Dabei hat das Verkaufen seiner eigenen Leistung überhaupt nichts mit Lügen zu tun. Gerade auch in Berufen, in denen einen der Chef nicht bei der täglichen Arbeit sieht und somit die Arbeitseinstellung und die Leistung nicht direkt beurteilen kann, ist der Vorgesetzte sogar darauf angewiesen eine proaktive Kommunikation über die absolvierten Tätigkeiten zuführen. Auch bei mir war dies erst ein Prozess, den ich erst lernen musste, als auf einmal mein Chef nicht mehr ein paar Schreibtische weiter, sondern in einer anderen Stadt gesessen ist.

 

Gehaltsverhandlungen

Der Grundstein der niedrigeren Gehälter wird meist schon beim Eintritt in das Unternehmen gelegt und zieht sich dann über die gesamte Firmenzugehörigkeit durch. Ein weiterer Aspekt ist, dass häufig die ersten Gehaltsvorschläge des Vorgesetzten zu schnell akzeptiert. Die „Versäumnisse“ aus dem ersten Gespräch kann man über die Jahre nur schwer wieder ausgleichen. Aus diesem Grund ist ein selbstbewusster Auftritt und die dazugehörige Gehaltsverhandlung ein wesentlicher Schritt für eine finanzielle Gleichbehandlung zwischen Männern und Frauen.

Zu guter Letzt ist die Häufigkeit der geführten Gehaltsgespräche ein wichtiger Gesichtspunkt. Genauso wie bei den männlichen Angestellten werden die wenigsten Chefs von sich aus auf die weiblichen Mitarbeiterinnen zugehen, um diese Gespräche zu führen. Wenn Du nie eine Gehaltserhöhung forderst, bekommst Du auch keine. Ein Grund hierfür könnte das höhere Harmoniebedürfnis beim weiblichen Geschlecht sein. In diesem Fall ist wichtig zu verstehen, dass eine Gehaltsverhandlung kein Konflikt ist, zumindest nicht wenn man diese richtig führt. Kaufst Du Dir gerne Schuhe? Ich weiß, dass ist in diesem Artikel eine gemeine Fangfrage. Nur wie ist es, wenn Du die Schmuckstücke endlich besitzt? Hast Du dann nicht ein richtig gutes Gefühl, wenn Du das Geschäft verlässt und freust Dich auf den ersten Anlass, an dem Du sie tragen kannst. Und dass, obwohl Du Geld ausgegeben hast. War da irgendeine Form von Auseinandersetzung mit der Fachverkäuferin? Wahrscheinlich nicht. Das gleiche freudige Gesicht musst Du Deiner Chefin ins Gesicht zaubern, wenn Du nach mehr Geld frägst. Du musst ihr lediglich gute Argumente liefern, warum es ihr dann besser geht, wenn sie das Geld in Dich investiert.

 

Eine Beispielrechnung

Der finanzielle Unterschied verschiedener Zeitspannen zwischen den Gehaltsgesprächen ist sehr leicht zu berechnen. Angenommen Du verdienst 50.000 EUR/a und bekommst bei jeder Gehaltserhöhung 2% Zuschlag. Führst Du die Verhandlung nur alle 3 Jahre, so hast Du über einen Zeitraum von 25 Jahren insgesamt 1,35 Mio. EUR verdient. Bist Du dagegen etwas „forscher“ und gehst alle 2 Jahre in die Gespräche, so sind es schon 1,40 Mio. EUR und bei jährlicher Gehaltssteigerung sogar 1,6 Mio. EUR. 150 Tausend EUR mehr oder weniger besitzen, bedeutet bei diesem Gehalt ein Unterschied von 2-3 Jahren arbeiten.

Die Berechnung ist stark vereinfacht, da zum Beispiel eventuelle Jahre ohne Verdienst, zum Beispiel durch Familie, nicht berücksichtigt sind. Wahrscheinlich wirst Du auch nicht, wenn Du jedes Jahr in die Preisverhandlung gehst, in jedem Jahr die gleiche prozentuale Erhöhung erhalten wie bei einer geringeren Frequenz. Es tut der Sache aber auch keinen Abbruch. Egal wie, mit jeder weiteren Erhöhung wirst Du auf alle Fälle nicht weniger verdienen. Und andererseits hast Du dafür bestimmt in der heutigen Zeit vermutlich den einen oder anderen Firmenwechsel in diesen 25 Jahren, wodurch der Aspekt aus dem vorherigen Absatz zum Tragen kommt. Unter dieser Berücksichtigung sind bei diesen beruflichen Veränderungen in der Regel höhere Gehaltssprünge möglich. Und durch selbstbewusster geführte Gehaltsgespräche ist bestimmt auch ab und zu mehr als die angesetzten 2% zu bekommen.

 

Dein Weg zu mehr Gehalt

Nach wie vor sollte Geld nicht der wichtigste Aspekt beim Job sein und zum Beispiel die Leidenschaft im Vordergrund stehen. Nur wenn Du das Gefühl hast, dass Du ungerecht behandelt wirst, beschäftigt Dich dieses Thema und Du solltest  etwas ändern. In der gleichen Zeit, in der Du vielleicht Deinen Geldbeutel am Fischbrunnen gewaschen hast, ist Gehaltsgespräch geführt und Du hast einen direkten Einfluss auf Dein Salär.

Dies sind ganz einfache Rechenbeispiele, die sich deutlich lohnen. Ich bin der Meinung, wer sich 8 Stunden am Tag damit beschäftigt sein Geld zu verdienen, sollte sich auch ein paar Minuten am Tag die Zeit nehmen und sich Gedanken darüber machen, wie er dieses sinnvoll vermehrt und nicht nur auf dem Sparbuch verkümmern lassen. Wenn Du Dich regelmäßig mit Deinen privaten Finanzen und dem Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben beschäftigst, so wirst Du automatisch ein kontinuierliches Interesse entwickeln ein höheres Gehalt zu verdienen und nicht nur einmal im Jahr beim Equal Pay Day. Wenn Du derzeit hierfür keinen Bedarf verspürst, da Du mit Deinem Leben und verdienten Geld glücklich und zufrieden bist, dann gebe ich Dir den Tipp und bringe auch die Zukunft mit in diese Rechnung ein. Finanzen ist nicht nur ein Thema von heute sondern eine ganzheitliche Rechnung bis zum Lebensende. Nur weil Dir das Geld aktuell reicht, muss es morgen nicht so sein und die Versäumnisse von heute kannst Du, bedingt durch den Zinseszinseffekt,  nur schwer wieder aufholen. Je früher Du anfängst, desto besser!

Eines ist klar, wenn Du die Gehaltsforderungen nicht stellst, dann bekommt die Gehaltserhöhung vermutlich ein anderer Kollege und die Ungleichheit wird noch größer.

Und immer daran denken: „Verkaufen ist für alle da“. Dazu gehörst auch Du, in Deinem Mitarbeiter- und Bewerbungsgespräch.

 

Hier noch einmal die Tipps in der Zusammenfassung:

  • Entwickle ein stärkeres Interesse bei Deinen privaten Finanzen
  • Mache Dir Gedanken, wieviel Geld Du im Alter benötigst
  • Beschäftige Dich mit Deiner, zu Dir passenden, Geldanalagestrategie
  • Überlege Dir, wann Du Deine letzte Gehaltserhöhung bekommen hast
  • Lerne wie Du proaktiv Deinen Mehrwert für das Unternehmen darstellst
  • Trete selbstbewusst im Gehaltsgespräch auf
  • Frage alle 1 – 1,5 Jahre nach einer Gehaltserhöhung
  • Abonniere diesen Blog für weitere Tipps zum Thema Verkaufen

 

Weiterführende Links:

 


Meine 10 Regeln zum Erfolg:

  1. Leidenschaft – suche Dir ein Thema für das Du „brennst“
  2. Ziele – Definiere Deine Ziele richtig und plane Zwischenziele ein
  3. Fokus – Behalte Deine Ziele stets im Blick und fokussiere Dich auf die wesentlichen Schritte
  4. Motivation – wenn Du ein Thema mit Leidenschaft verfolgst, kommt diese von alleine
  5. Lernen – Sei stets offen für neue Dinge und höre nie auf zu lernen
  6. Feedback – Hole Dir kontinuierlich Feedback ein, hinterfrage es und setze es um
  7. Mentalität – Agiere stets positiv und lass Dich von den Skeptikern nicht ablenken
  8. Handeln – nicht nur reden sondern auch einfach tun
  9. Mut – Vertrau Dir selber und habe keine Angst zu scheitern
  10. Party – Vergiss nicht Deine Erfolge zu feiern, auch nicht die der Zwischenziele

 

Verkaufen lernen – einfach, authentisch und erfolgreich.
Wertvolle Tipps als Dein persönlicher Ratgeber und Leitfaden

Frauen und Finanzen – Dein Weg zu mehr Gehalt